Wenn ich mir Paulus’ Gebete anschaue, fällt mir immer wieder auf, dass viele Anliegen, um die sich meine Gebete drehen, in seinen Gebeten überhaupt nicht vorkommen. Lies seine Gebete im Epheserbrief (oder irgendeinem anderen seiner Briefe) – es ist bemerkenswert, dass es nie um materielle Fragen geht. Das ist besonders erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Paulus im Gefängnis in Rom saß. Aber er betet nicht für seine Notlage und auch nicht für seine Freilassung. Eigentlich wäre das völlig legitim, denn er schreibt in Philipper 4,6: »Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!«
Paulus schrieb und glaubte das, und auch wir müssen das tun. Aber wir müssen ihm auch darin zustimmen, dass diese Sorgen letztendlich nicht von Belang sind. Wir dürfen mit allem zu Gott kommen, was wichtig ist, aber tatsächlich sind es nicht immer die wesentlichen Dinge, mit denen wir zu Gott kommen.
Du bist jetzt mit Christus im Himmel mit eingesetzt worden. Du bist Teil einer Familie, die ewig bestehen wird. Eines Tages wirst du in einem neuen Himmel und auf einer neuen Erde leben. Du wirst deinen Gott von Angesicht zu Angesicht sehen – und du wirst ihn preisen mit einem Herzen, das nicht mehr von der Sünde belastet und abgelenkt ist, und mit einem Körper, der nicht mehr zerstört werden und nicht mehr verfallen kann.
Und da wollen wir, du und ich, nur beten, dass wir gesund bleiben und lange leben? Wir dürfen mit allem zu Gott kommen, was wichtig ist, aber tatsächlich sind es nicht immer die wesentlichen Dinge, mit denen wir zu Gott kommen.
Wenn die Augen unseres Herzens für das geöffnet werden, was uns in der Zukunft erwartet, werden wir ganz anders leben, und unsere Prioritäten und Gebete werden neu geordnet. Wir werden weniger für die praktischen Dinge unseres Lebens beten, sondern vor allem für die geistlichen Realitäten unseres ewigen Lebens. Ewige Angelegenheiten werden wichtiger, und die aktuellen Sorgen verlieren an Gewicht. Wir leben und beten dann auf der Grundlage der Wahrheit aus Philipper 1,21: »Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.« Aber als zeitgebundene und gefallene Kreatur, die ich von Natur aus bin, vergesse ich oft den geistlichen und ewigen Aspekt der Realität. Deshalb kommen die Dinge, um die meine Gebete kreisen, in den Gebeten von Paulus nicht vor – während ich kaum für die Dinge bete, die Paulus wichtig sind. Seine Augen sind auf die Ewigkeit gerichtet. Seine Gebete sind geistlich. Und so müssen auch wir beten.