Michael Reeves

Können wir Heilsgewissheit erreichen?

Können wir Heilsgewissheit erreichen?

Bist du dir sicher, ewiges Leben zu haben? Oder suchst du nach dieser Gewissheit? Traurigerweise fehlt zu vielen Christen die feste Gewissheit, dass sie ewiges Leben haben. Dabei erklärt der Apostel Johannes in aller Deutlichkeit: »Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes« (1 Joh 5, 13). Es wäre einfach nicht möglich, zu wissen, ob wir ewiges Leben haben, wenn jenes Leben in irgendeiner Weise von unserer Leistung oder unserer gefühlten Treue abhinge.

Gewissheit muss möglich sein!

»Die Rechtfertigung durch Glauben ist der Schlüssel, der uns die Tür zu Trost und Freude öffnet.«

Tatsächlich aber geht das ganze Neue Testament davon aus, dass Gläubige diese Gewissheit haben können. Paulus schreibt an die Philipper: »Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!« (Phil 4, 4). Wie sollte ich mich freuen können, wenn ich mir des Herrn nicht sicher bin und im Ungewissen, welche Stellung ich vor ihm habe? Jesus sagt: »Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind« (Lk 10, 20). Nochmals: Wie soll das gehen, solange ich nicht weiß, ob mein Name wirklich dort aufgeschrieben ist? All die Aussagen des Neuen Testaments über die Hoffnung auf die Auferstehung – welchen Trost soll mir das geben, wenn ich nicht weiß, ob ich tatsächlich mit Christus auferweckt werde?

Eine Wurzel der Ungewissheit

»Wir, die wir uns unserer Finsternis und Schmutzigkeit bewusst sind, können uns mit vollkommener Ehrlichkeit in Bezug auf unser Versagen und mit großer Kühnheit einem heiligen Gott nahen – weil es Christus gibt.«

Die Rechtfertigung durch Glauben ist der Schlüssel, der uns die Tür zu Trost und Freude öffnet. Wenn meine Gerechtigkeit vor Gott von mir und meiner Leistung abhängt, dann werde ich mir Sorgen machen und mich elend fühlen. Ist Gott gegen mich? Wurde ich von ihm getrennt? Solche Angst kann dein Gebetsleben lähmen. Sie kann sämtliche Freude an Gott auslöschen. Wenn du bei dir nur noch Schlamassel siehst, während anscheinend alle um dich herum ihr Leben auf die Reihe bekommen, dann ziehst du dich vielleicht aus der Gemeinde zurück und wagst es nicht mehr, deine Bibel aufzuschlagen. Wenn dir das bekannt vorkommt, dann lies folgenden Rat Luthers an einen Freund, der mit der Heilsgewissheit rang:

»Wenn nun der Teufel uns unsere Sünden vorhält und uns des Todes und der Hölle schuldig erklärt, dann müssen wir so sagen: Ich gestehe zwar, dass ich des Todes und der Hölle schuldig bin; was folgt nun weiter daraus? Also wirst du auch ewiglich verdammt sein! Keineswegs, denn ich kenne jemanden, der für mich gelitten und Genugtuung geleistet hat, und er heißt Jesus Christus, Gottes Sohn. Wo der bleiben wird, da werde ich auch bleiben.«

Deshalb ist die Rechtfertigung eine so kostbare Wahrheit, an der wir uns festhalten können. Sie bedeutet: Wir, die wir uns unserer Finsternis und Schmutzigkeit bewusst sind, können uns mit vollkommener Ehrlichkeit in Bezug auf unser Versagen und mit großer Kühnheit einem heiligen Gott nahen – weil es Christus gibt.

Gewissheit in Christus

Es ist schwierig, vor Gott sowohl ehrlich als auch kühn zu sein, aber genau das ermöglicht uns die Rechtfertigung durch Glauben allein. Sündhafte, strauchelnde Gläubige werden aus freien Stücken zu in Christus Gerechten erklärt, deshalb setzen wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst. Unser Vertrauen darf ganz auf Christus und seiner ausreichenden Gerechtigkeit ruhen. Keine Sünde ist so groß, dass das Blut dieses Lammes nicht genügen würde, und wir Gläubigen haben Christus angezogen. Wir müssen den Tag des Gerichts nicht fürchten, denn er ist der Tag Jesu, unseres Freundes, der uns seine Gerechtigkeit geschenkt hat. Das ist ein Trost für alle, die diese Gute Nachricht erfassen. Der Heidelberger Katechismus bringt das hervorragend auf den Punkt:

»Was tröstet dich die Wiederkunft Christi, ›zu richten die Lebenden und die Toten‹?

In aller Trübsal und Verfolgung darf ich mit erhobenem Haupt aus dem Himmel eben den Richter erwarten, der sich zuvor für mich dem Gericht Gottes gestellt und alle Verurteilung von mir genommen hat.«

Die Verurteilung ist von uns genommen. Wir können uns tatsächlich an einer felsenfesten Heilsgewissheit erfreuen.

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